Die Lektion

Was hat Lissi sich da jetzt wieder eingebrockt? Verärgert setzt ihr Herr sie in einem stinkenden alten Bunker aus, wo sie der Willkür einer dominanten Frau ausgeliefert ist. Wird er sie am Ende erlösen?

Eine BDSM-Kurzgeschichte über die Bestrafung einer aufsässigen Sub. Eine Strafe, die sie nie wieder vergessen wird.

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Leseprobe:

»Bitte! Bitte Herr, geh nicht! Bitte nicht!«
Lissis Stimme bebte und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Joachim öffnete die massive Stahltür und verließ den alten Bunker in einem Wald südöstlich von Hamburg. Sie sackte in sich zusammen und ihr Bauch verkrampfte sich. Er hatte sich nicht einmal mehr umgedreht. Was hatte sie getan?
Ramona ruckte an der Leine. »Willst du da festwachsen?«
Der Anblick der groß gewachsenen Frau mit dem langen schwarzen Kleid erinnerte Lissi an Schneewittchens böse Stiefmutter. Lissi atmete tief ein und ließ Kopf und Schultern hängen. Kaum zu glauben, dass ihr Herr sie hier aussetzte.
Ramona führte sie eine lange Treppe aus Stahlbeton hinunter. Bei jedem Schritt versackten Lissis nackte Füße in einem Teppich aus feuchtem Moos. Die Kette der Handschellen schepperte leise bei jeder Bewegung. Ein modriger Geruch stieg ihr in die Nase. Die feuchten Betonwände strahlten so viel Kälte aus, dass sie eine Gänsehaut bekam.
Sie drehte sich um und sah zur Tür am oberen Ende der Treppe. Ihr Herr war fort. Sie schluckte schwer. Bestrafte er sie für ihren Ungehorsam vom Vortag? Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Wenn er doch nur zurückkäme.
Ramona öffnete eine Stahltür, die laut in den Angeln quietschte. Sie zerrte Lissi in einen Raum, der so groß war wie ein Tanzsaal. Lissi schlug eine angenehme Wärme entgegen, die von einem Kaminofen gegenüber der Tür ausging. Beim Anblick des roten, ledernen Kreuzes, des Strafbocks neben dem Kamin und anderer Spielgeräte schnürte sich ihre Kehle zu. Eine alte Standuhr in der Zimmerecke machte den Raum mit seinen kahlen Wänden und dem nackten Fußboden auch nicht gemütlicher.
Ramona zog sie in die Mitte des Raumes. Erst jetzt bemerkte Lissi den schweren Eisenhaken, der unheilverkündend von der Betondecke hing. Ehe sie einen Gedanken an Gegenwehr fassen konnte, hob Ramona ihre gefesselten Hände hoch und ließ die Kette der Handschellen über den Haken gleiten. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete Lissi, wie Ramona eine kleine Fernbedienung aus der Hosentasche zog und auf einen Knopf drückte. Augenblicklich wurde sie nach oben gezogen, bis ihre Füße gerade noch den Boden berührten.
Beschämt sah sie zu Boden, während Ramona langsam um sie herum ging.
»Was für ein Anblick! Gut im Futter, aber hat was«, sagte Ramona. »Hinten etwas üppig, dafür vorne umso harmonischer.«
Lissis Unterlippe begann zu zittern und ihr schossen Tränen in die Augen. »Bitte! Bitte lassen Sie mich frei! Ich … ich habe furchtbare Angst.«
Ramonas Lachen hallte von den Betonwänden wider. Sie legte den Kopf schief und spitzte die Lippen. »Wie süß! Jetzt macht die Kleine hier auf Unschuldsengel.«
»Ich habe nichts getan!«, sagte Lissi.
»Du kleines Dreckstück, nun lügst du auch noch!« Ramona zog den rechten Mundwinkel hoch und ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. Sie baute sich so vor Lissi auf, dass sie fast ihre Nasenspitze berührte. Mit einer Hand hob sie Lissis Kinn an und sah ihr in die Augen. »Dann hat dein Herr gestern wohl einer anderen Sklavin befohlen, sich zu rasieren. Du magst auch gar keine PC-Spiele, die dich dazu verleiten könnten, deinen Herrn zu missachten. Das alles ist natürlich ein furchtbares Missverständnis.« Der Blick Ramonas glich einer Medusa, die jeden zu Stein werden ließ, den sie ansah.
Lissi riss Mund und Augen auf. Also doch eine Strafe.
»Ja genau!«, fuhr Ramona süffisant lächelnd fort. »Schön, dass du ein paar deiner grauen Zellen reaktivieren konntest.«
Lissi presste die Lippen aufeinander und schloss die Augen. Was bildete diese Frau sich ein? Es gab da eine kleine Stimme in Lissi, die permanent versuchte, die Kontrolle zu behalten. Eine Stimme, die sich immer dann zu Wort meldete, wenn es denkbar unangebracht war.
Die Worte waren ausgesprochen, ehe sie etwas dagegen tun konnte. »Haben Sie keine eigenen Sklaven, denen Sie auf die Nerven gehen können?«
Klatsch!
Lissis Kopf flog zur Seite und sie biss sich auf die Zunge.
»Dein Herr hat nicht untertrieben! Nutz deine Chance, du kleines Miststück!«
»Welche Chance?«, fragte Lissi deutlich kleinlauter und traute sich nicht, Ramona in die Augen zu sehen.
»Ganz einfach. Du genießt so lange meine Gastfreundschaft, bis du kapiert hast, was Respekt bedeutet.«
»Aber … ich … ich kann das mit Frauen nicht!«
»Ich weiß«, sagte Ramona und grinste. »Genau darum werden wir beide viel Spaß miteinander haben!«
Lissi stöhnte und zerrte an ihren Ketten. Der Boden unter ihren Füßen schien zu schwanken. Wie gut, dass die Fesseln sie hielten.
»Bitte nicht!«
»Keine Gnade Sklavin!«, antwortete Ramona, drehte sich um und verließ den Raum.